Bayerisches Bier, Sorten und Wissenswertes

Inhaltsverzeichnis:

  1. » Weißbier
  2. » Lagerbier - Helles
  3. » Bockbier
  4. » Pils
  5. » Biermischgetränke

Das bayerische Bier wird auch heute noch nach dem Reinheitsgebot gebraut. Im Laufe der Geschichte änderten sich die Vorschriften zum Bierbrauen des Öfteren. Während das bayerische Reinheitsgebot zunächst nur die Zutaten Gerste, Hopfen und Wasser zuließ, erlaubt das deutsche Reinheitsgebot heute die Inhaltsstoffe Hopfen, Malz (nicht nur Gerstenmalz, sondern zum Beispiel auch Weizenmalz), Hefe und Wasser.

Die Zugabe von Zucker, Farbstoffen oder chemischen Zusätzen sind in Deutschland wegen des Reinheitsgebots verboten. Für den Export allerdings müssen sich die deutschen Brauer nicht an das Reinheitsgebot halten.

Weißbier

Weißbier wird sowohl untergärig als auch obergärig gebraut. Es gibt das klare Kristallweizen und das trübe Hefeweizen. Auch Weizenstarkbier oder Weizen-Doppelbock ist im Angebot. Interessantes zum Thema Weizenbier steht auf der Seite Weißbier – bayerisches Weizenbier.

Lagerbier - Helles

Alle Biere mit einer Stammwürze zwischen elf und 16 Prozent werden als Vollbier bezeichnet. Das bayerische Lagerbier gehört mit einem Stammwürzegehalt zwischen 11 und 12 Prozent zu den Vollbieren. Es weist dementsprechend einen Alkoholgehalt von rund fünf Prozent auf.

Das Helle ist ein untergärig gebrautes bayerisches Bier, das vor dem Abfüllen ins Fass oder in die Flasche gefiltert wird. Daher wird es auch als blankes Bier bezeichnet. Typisch für den Geschmack von Lagerbier ist der geringe Hopfenanteil. Dadurch schmeckt das helle Bier milder und nicht so bitter wie ein Pils. Es wird besonders gerne für Mischgetränke wie zum Beispiel Radler verwendet.

Mit einem Marktanteil von 25 Prozent ist das Lagerbier hinter dem Weißbier die in Bayern zweitbeliebteste Biersorte.

Bayerisches Bier

Bockbier

Das Bockbier, das auch als Starkbier bezeichnet wird, muss um seinen Namen zu rechtfertigen einen Stammwürzgehalt von mindestens 16 Prozent aufweisen. Da nach der Umrechnungsformel Pi mal Daumen der Alkoholgehalt eines Bieres etwa einem Drittel des Stammwürzgehaltes entspricht, hat ein Bockbier demnach circa sechs Prozent Volumenprozent.

Das Doppelbock beinhaltet bei einer Stammwürze von über 18 Prozent sogar sieben Prozent Alkohol. Die stärksten deutschen Biere heißen Eisbock und erreichen über 10 Prozent Alkoholgehalt. Das Bockbier wird zwar meistens als untergäriges Bier hergestellt, es gibt aber auch obergärige Weizenbiere oder Weizenbockbiere.

Auch der Maibock ist oftmals ein helles Starkbier. Bockbier hat einen vollen Geschmack. Es ist leicht süßlich und enthält weniger Hopfen als ein Pils. Es weist einen geringeren Gehalt an Kohlensäure auf und besitzt einen cremigen Schaum, der beim dunklen Starkbier eine beige Farbe hat.

Pils

Während in ganz Deutschland das Pils mit 55 Prozent Marktanteil das beliebteste Bier ist, spielt es in Bayern nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich in Franken (Nordbayern), das wegen seines weichen Wassers dieses Bier besonders lecker brauen kann, ist der Pilsumsatz relativ hoch.

Das feinherbe Pils hat einen Stammwürzegehalt zwischen 11 und 12 Prozent und kommt somit auch bei seinem Alkoholgehalt nicht über fünf Prozent. Das Besondere am Pils ist der hohe Hopfenanteil, der dem Bier seinen herben fast schon bitteren Geschmack verleiht. Dieser herbe Hopfenanteil lässt das Pils aber auch zu einem besonders spritzigen, appetitanregenden Bier werden.

Übrigens wurde das Pils nicht in Pilsen erfunden. Das Pils wurde von dem bayerischen Braumeister Josef Groll 1842 in Vilshofen in Niederbayern erfunden. Da zu dieser Zeit die Brauereien in Pilsen recht marode waren und der Bierumsatz stark zurückgegangen war, wurde kurzerhand eine neue Brauerei gebaut und ein bayerischer Braumeister engagiert. Dieser Braumeister war aber niemand anders als Josef Groll, der schließlich auch sein neu erfundenes Pils in Pilsen einführte. Von dort begann der Siegeszug des herben Bieres um die ganze Welt.

Biermischgetränke

Natürlich wird das leckere bayerische Bier nicht nur pur getrunken, sondern es gibt zahlreiche Variationen um den unterschiedlichen Biersorten nochmals differente Geschmacksnuancen zu verleihen. Es gibt die süßen Mischungen mit Cola, die fruchtigen mit Orangensaft und die spritzigen mit Limonade. Manch einer kippt sich gerne einen Schnaps ins Bier, um auch den Alkoholgehalt noch zu steigern.

Die bekanntesten bayerischen Biermischgetränke sind das Radler (Helles mit Zitronenlimonade) und der Russ (Weißbier mit Zitronenlimonade). Gerade bei der Jugend ist die Goaßmaß sehr beliebt. Sie besteht aus dunklem Bier, Cola und Weinbrand. Eine Variation davon ist die Kirsch-Goaßmaß, die statt dunklem Bier Weißbier verwendet und statt Weinbrand Kirschlikör. Das U-Bod ist ein weiteres Biermischgetränk, wo in einer Hoibe Bier ein Stamperl Schnaps versenkt wird.