Laugenbrezel - bayerische Brezn

Die Laugenbrezel ist eine Gebäckform, die zwar hauptsächlich in Bayern und Österreich verbreitet ist, aber auch in anderen Gegenden Deutschlands nicht verachtet wird. Selbst im hohen Norden ist die verschlungene Gebäckform zu bekommen. Das Besondere an der bayrischen Brezn ist nicht nur ihre Form, sondern auch ihr deftiger Geschmack.

Wie sich am Namen erkennen lässt, wird die Laugenbrezn vor dem Backen in eine Natronlauge getunkt, was ihr sowohl ihr typisches, dunkelbraunes Aussehen verleiht, als auch den herben Geschmack.

Breze oder Brezel?

Breze oder Brezel, das ist die Frage. Aber eigentlich sollte sich diese Frage gar nicht stellen. Für den Nicht-Bayern ist die Antwort nämlich ohne zu überlegen klar: Es heißt Brezel. Für den Bayern ist die Antwort ebenso klar: Brezn!

Die Breze oder Brezen, wie sie im Duden zu finden ist, ist eine "eingedeutschte" bayrische Brezn. Wenn der Bayer sich ganz doll Mühe gibt und richtig Hochdeutsch spricht, damit er auch vom Nicht-Bayern verstanden wird, dann kann es sein, dass er "a Brezen" oder "oane Breze" bestellt. Typisch bayrische Wörter sind Breze oder Brezen aber nicht, denn es heißt Brezn.

Geschichte der bayerischen Brezn

Zur bayerischen Brezn gibt es eine hübsche Anekdote. Und zwar soll ein Bäckerlehrling, der wegen eines Frevels zum Tode verurteilt worden war, vom Landesherrn eine letzte Chance erhalten haben, der Todesstrafe zu entgehen. Er sollte dem Landesfürsten einen Kuchen backen, durch den die Sonne dreimal hindurchscheinen könne. Um diese Bedingung zu erfüllen, erfand der schlaue Lehrling die Brezn und wurde tatsächlich freigesprochen.

Laugenbrezel selber machen

Wer nicht das Glück hat in der Nähe eines Brezelbäckers zu wohnen und auch nicht im Supermarkt das typisch bayrische Gebäckstück erwerben kann, der muss sich, wenn er eine Laugenbrezel genießen will, selber ans Werk machen. Das Brezelbacken ist nicht schwer:

  • Zunächst muss ein Hefeteig hergestellt werden.
  • Wenn der Teig ausreichend lange gegangen ist, wird der Backofen auf 175 Grad vorgeheizt.
  • Dann wird aus Wasser und Hausnatron – kein Soda oder Ätznatron!!! - eine nicht allzu starke Lauge hergestellt. (20 Gramm Hausnatron auf 1 Liter Wasser).
  • Wenn die Lauge abgekühlt ist, wird der Hefeteig zu Rollen geformt, die anschließend in Brezelform geschlungen werden.
  • Jede Brezn wird für ein paar Sekunden in die Natronlauge getunkt und anschließend auf das mit Backpapier ausgekleidete Backblech gelegt.
  • Das Blech muss auf mittlerer Schiene für circa 15 Minuten im Ofen bleiben. Danach sind die Laugenbrezen fertig.

Laugenbrezel

Laugenbrezel backen

Einfacher als den Teig selber herzustellen ist es natürlich, einen tiefgefrorenen Laugenbrezelteig zu kaufen. Der Teig wird aufgetaut, die Brezen werden geformt und aufs Blech gelegt. Der Backofen wird nach Anleitung, die auf der Teigpackung steht, vorgeheizt und das Blech kommt auf die mittlere Schiene in den Ofen. Nach der angegebenen Zeit sind die Brezeln fertig und können mit Genuss verzehrt werden.

Wiesnbrezn

Vielleicht kann eine bayrische Brotzeit ohne Brezn gerade noch so durchgehen, ein typisch bayrisches Fest kann es aber nicht. Daher gibt es auf dem Oktoberfest selbstverständlich fast an jedem Stand die zünftigen bayrischen Wiesnnrezn. Und weil auch die Brezel eine besondere Festtagsbrezel sein soll, ist sie größer und natürlich gehaltvoller als die normale Laugenbreze.

Während die Laugenbrezel beim Bäcker circa 150 Kilokalorien aufweist, hat die große Wiesnbrezn satte 650 Kilokalorien. Dafür wiegt sie aber auch ein halbes Pfund (250 Gramm)!

Brezn Varianten in Bayern

Übrigens gibt es die bayrische Brezn in Bayern nicht nur in jeder Bäckerei frisch aus dem Ofen. Sie ist auch in vielen Straßencafés zu finden. Sie wird als Butterbreze angeboten oder als belegte Brezn.

Und statt der Laugenbrezn gibt es auch Laugenbrötchen, Laugenstangen, Laugenzöpfe oder Laugenspatzen, die ebenfalls frisch und noch warm aus dem Ofen gegessen werden oder mit Wurst, Käse oder Schinken belegt werden. In die Laugenstangen bäckt der Bäcker manchmal schon den Käse mit ein, was die Stange noch ein bissl herzhafter macht.