Weißbier - bayerisches Weizenbier

Weißbier ist eine andere Bezeichnung für Weizenbier. Oft wird es abgekürzt auch einfach Weiße, Weißes oder Weizen genannt. Das bayrische Weizenbier hat bei einer Stammwürze zwischen 11 und 14 Prozent einen Alkoholgehalt, der circa fünf bis sechs Volumenprozent beträgt. Es gibt aber auch alkoholfreie Weizenbiere oder Weizenstarkbiere, die einen Alkoholgehalt von circa 12 Prozent aufweisen.

Weißbier wird ober- und untergärig gebraut. Häufiger ist jedoch das helle, obergärige Weizenbier. Es wird außerdem unterschieden zwischen dem klaren Kristallweizen und dem trüben Hefeweizen.

Weißbier Geschichte

Früher war es üblich, aus den unterschiedlichsten Getreidesorten Bier zu brauen. Der Weizen wurde bereits bei den Babyloniern und den Ägyptern zum Bierbrauen genutzt. Im 16. Jahrhundert war das Brauen von Weizenbier gesetzlich verboten, um den Weizen der Bevölkerung zur Ernährung vorzubehalten.

Gegen jährliche Sonderzahlungen konnten jedoch Ausnahmegenehmigungen erlangt werden. Dies machte sich der Freiherr von Degenberg zunutze und ließ ab 1548 in Degenberg mit Genehmigung Weißbier brauen. Als das Geschlecht der Grafen von Degenberg ausstarb, fiel das Privileg wieder an den Landesfürsten, damals Herzog Maximilian I. zurück.

Er gründete in ganz Bayern Weißbierbrauereien und machte den Ausschank des Weizenbiers zur Pflicht für die bayerischen Wirte. Als der Umsatz des steuerträchtigen Biers im 18. Jahrhundert zurückging, wurde das Monopol, das das bayerische Staatsoberhaupt bis zu dieser Zeit gehalten hatte, aufgehoben.

Weißbier im Weißbierglas

Die besondere Form des Weißbierglases begründet sich darin, dass die Kohlensäurebläschen durch das hohe, schlanke Glas lange nach oben steigen können und das Bier auf diese Weise lange frisch halten. Der Glasboden ist verstärkt, damit unten angestoßen werden kann.

Weißbier

Weißbier einschenken

Damit das Weißbier beim Einschenken nicht überschäumt, muss das Glas sauber sein und von sämtlichen Seifenresten des Spülens befreit sein:

  • Zur Vorsorge wird es vor dem Befüllen mit kaltem Wasser ausgeschwenkt.
  • Dann werden Glas und Flasche schräg gehalten, sodass das Bier fast waagerecht gerade noch aus der Flasche ins Glas läuft.
  • Je steiler der Flaschenboden dabei angehoben wird und je schneller das Bier fließt, umso mehr schäumt es.
  • Was auch manchmal zu beobachten ist, ist das Einschenken mit der Flasche kopfüber im stehenden Glas. Diese Methode ist jedoch sehr unhygienisch, weil der gesamte obere Flaschenteil im Bier steckt.
  • Bevor der letzte Rest Bier aus der Flasche ins Glas gegossen wird, muss die Flasche mit drehenden Bewegungen geschwenkt werden, um den Hefesatz vom Boden zu lösen und mit dem letzten Schwups ins Glas zu gießen.

Weißbier Mischgetränke

Um auch einen großen Durst mit dem leckeren Weißbier löschen zu können, ohne anschließend nach Hause zu torkeln, wird das bayerische Weizenbier gerne mit Limonaden gemischt. Das bekannteste Mischgetränk mit Weizenbier heißt Russ:

  1. Russ, Russe: Der Russ besteht zu circa 50 Prozent aus Weißbier und 50 Prozent aus Zitronenlimonade. Er ist ein Sommergetränk, das gerne in Biergärten ausgeschenkt wird. Interessantes dazu gibt es im Artikel Radler und Russ – bayerische Biermischgetränke.
  2. Nega, Neger: Beim Nega wird das bayerische Weizenbier statt mit Zitronenlimonade mit Cola gemischt. Das Bier erhält eine dunkle Farbe und sieht einem dunklen Weißbier ähnlich. Nur am Schaum, der leicht schmutzig aussieht, lässt sich optisch erkennen, dass es sich um ein Mischgetränk mit Cola handelt.
  3. Isarwassa, Isarwasser: Wer weiß, wie die Isar an manchen Stellen aussieht, der kann sich vorstellen, welche Farbe diese Biermischung hat. Das Isarwassa wird im Maßkrug ausgeschenkt und besteht aus einem halben Liter Weißbier, einem halben Liter Orangensaft und vier Zentilitern Blue Curaçao. Durch den blauen Orangenlikör und den gelben Orangensaft erhält das Mischgetränk seine typische "Isarfärbung". Wegen des fruchtigen Orangensaftes ist das Isarwasser sehr spritzig und süffig. Der Alkoholgehalt sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Häufig hinterlässt das heimtückische Bier-Mischgetränk einen kräftigen Rausch und heftige Kopfschmerzen am Tag danach. Der Orangensaft wird bei manchen Wirten durch Orangenlimonade ersetzt.
  4. Goaßmaß: Vor allem bei der Jugend ist die süße Goaßmaß sehr beliebt. Sie besteht aus einem halben Liter dunklem Weißbier, einem halben Liter Cola und zwei Stamperln (a zwei Zentiliter) Weinbrand oder Kirschlikör.