Oktoberfestbier - das Bier der Wiesn

"O'zapft is!" Ein Ausspruch, der auch den meisten Nicht-Bayern bekannt ist, eröffnet jedes Jahr um Punkt 12, wenn der Oberbürgermeister Münchens das erste Fass angestochen hat, das größte Volksfest der Welt. Sobald die zwölf Böllerschüsse auf der Treppe der Bavaria verhallt sind, dürfen die Wiesn-Wirte mit dem Bierausschank beginnen.

Die erste Maß ist dem bayrischen Ministerpräsidenten vorbehalten, aber dann geht's los. Der Run auf die Bierzelte auf dem Oktoberfest scheint mit jedem Jahr zuzunehmen, denn das Oktoberfestbier ist süffig und die Besucherzahl auf der Wiesn ist hoch.

Und weil das Oktoberfest ein Münchner Fest ist, darf das Oktoberfestbier nur von den sechs Münchner Brauereien gebraut und verkauft werden. Das heißt nicht, dass es das leckere Bier nur in München auf der Theresienwiese zu erwerben gibt. Das Oktoberfestbier wird in Flaschen und Fässern in die ganze Welt geliefert!

Oktoberfestbier Geschichte

Das Oktoberfestbier, das übrigens streng nach dem bayrischen Reinheitsgebot von 1487 gebraut werden muss, hat seine eigene Geschichte. Weil früher nach der bayerischen Brauordnung von 1539 das Bierbrauen nur zwischen dem 29. September und dem 23. April erlaubt war, wurde im März ein besonders haltbares Bier mit einem höheren Alkoholgehalt gebraut.

Dieses Gesetz war erlassen worden, weil es an der Kühlung mangelte, die für die damals beliebten untergärigen Biere notwendig war. Das Bier, das im März gebraut wurde, daher der Name Märzen, wurde in den Bierkellern eingelagert und spätestens auf den Herbstfesten verbraucht.

Deshalb war auch auf der Wiesn früher das Bier ein Märzen. Heute ist es nur noch auf dem Etikett der Brauerei Hacker-Pschorr zu finden. Die anderen Brauereien vertreiben ein helleres, kupferfarbenes Bier, das stark gehopft ist und an die Sorte Wiener Export erinnert.

Oktoberfestbier

Oktoberfestbier: Unterschied zu normalem Bier

Im Unterschied zum normalen hellen Bier weist das Festbier auf der Wiesn statt zwischen 11 und 13 Prozent mindestens 13,5 Prozent Stammwürze auf.

Da die Stammwürze den Alkoholgehalt des Bieres beeinflusst, hat eine höhere Stammwürze einen höheren Alkoholgehalt zur Folge. Während das Helle, das es normalerweise zu kaufen gibt, einen Alkoholgehalt von circa fünf Prozent aufweist, hat das Oktoberfestbier circa sechs Prozent Alkohol.

Oktoberfestbiere

Wie erwähnt ist den sechs Münchner Brauereien, die sich zu dem Verein Münchner Brauereien e. V. zusammengeschlossen haben, das Recht vorbehalten, das markenrechtlich geschützte Oktoberfestbier zu brauen. Daher gibt es auf der Wiesn sechs Biere, die alle um den besten Geschmack wetteifern, was dem Konsumenten zugutekommt:

  • Für das große Volksfest braut die Brauerei Augustiner Bräu ein helles Bier mit 6,0 Prozent Alkoholgehalt.
  • Die Brauerei Hacker-Pschorr braut ein Märzen mit 5,8 Prozent Alkohol.
  • Von der Spaten Brauerei gibt es das Bier mit 5,9 Volumen Prozent.
  • Löwenbräu stellt ein Oktoberfestbier her, das 6,1 Prozent Alkohol aufweist.
  • Das Hofbräu Festbier hat satte 6,3 Prozent Alkohol.
  • Das Paulaner Bier wird fürs Oktoberfest mit 6,0 Prozent Alkohol gebraut.

Übrigens schenken alle Brauereien ihr Bier aus großen Stahltanks aus. Lediglich das Augustiner Bräu wird aus den traditionellen Holzfässern gezapft.

Wieviel Promille nach einer Maß?

Obwohl bekanntermaßen auf der Wiesn eine Maß oft keine ganze Maß ist, wenn in der Eile des Gefechtes der Krug nicht mit der Menge Bier gefüllt wird, die er fassen sollte, kommt es dennoch zu Alkoholexzessen. Das liegt daran, dass der höhere Alkoholgehalt des Bieres häufig unterschätzt wird.

  1. Wer sich auf der Wiesn eine Maß zu Gemüte führt, sollte bedenken, dass eine Maß bei einem Mann mit 80 Kilo Körpergewicht zu 0,75 Promille führt.
  2. Zwei Maßen wären dann 1,5 Promille und drei machen gar 2,25 Promille aus.
  3. Bei einer Frau mit einem Körpergewicht von 60 Kilo ergibt die Maß 1,1 Promille Alkohol im Blut (zwei Maßen 2,2 Promille und drei entsprechen einem Promillegehalt von 3,3)!