Bayerischer Zwetschgendatschi

Für alle Nicht-Bayern: Das Wort "Datschi" kommt von detschen oder datschen, was so viel bedeutet wie "hineindrücken". Die Zwetschgen oder Pflaumen werden leicht in den Teig hineingedrückt. Darum ist es ein Zwetschgendatschi.

Der bayerische Zwetschgendatschi hat seinen Ursprung in Augsburg. Dort hat er als Basis einen Mürbteig. In anderen Gegenden Bayerns, wie zum Beispiel in Franken, wird er mit einem Hefeteig, zubereitet. Dabei sollte nach Möglichkeit frische Hefe verwendet werden. Ob Mürbteig oder Hefeteig, der Zwetschgendatschi aus Bayern ist stets ein Blechkuchen.

Bei einem Blechkuchen wird keine Backform benötigt, sondern der Teig wird direkt auf das Backblech aufgebracht. Damit sich der Kuchen später gut löst, ist es sinnvoll das Blech vorher mit Backpapier auszulegen. Der Blechkuchen wird erst nach dem Backen in viereckige Stücke geschnitten.

Damit der Hefeteig gelingt, gibt es ein paar einfache Tipps: Bei der Verwendung frischer Hefe darf auf den Vorteig, der mindestens 10 Minuten bei mindestens 20 Grad gehen sollte, nicht verzichten werden. Nach der Zubereitung muss der Hefeteig noch einmal gehen, bis er sich verdoppelt hat. Dazu kann er zu einer Kugel geformt werden, oder er wird auf das Blech gerollt und mit einem Tuch abgedeckt.

Der typisch bayrische Zwetschgendatschi wird übrigens immer mit Weizenmehl gebacken. Egal ob Mürb- oder Hefeteig, die gesunde Variante mit Vollkornmehl, ist nicht typisch und verändert auch leicht den Geschmack. Womit jedoch auch der Bayer gerne seinen Zwetschgendatschi anreichert, sind die leckeren Butterstreusel, die mitgebacken werden.

Wer in Bayern in die Bäckerei geht und ein Stück Pflaumenkuchen bestellt, der outet sich übrigens sofort als Nicht-Bayer. Das wirkt sich aber selbstverständlich nicht auf die Größe des Kuchenstücks aus. Bayern sind gemütliche, freundliche Menschen, die auch ihren Nachbarn das leckere Essen gönnen.

Bayerischer Zwetschgendatschi

Rezept original bayerischer Zwetschgendatschi:

  • Zubereitungszeit: ca. 75 Minuten
  • Zutaten reichen für 8 Personen

Rezept: bayerischer Zwetschgendatschi Zutaten

  • 350 g Weizenmehl
  • ½ Würfel Hefe
  • 1 TL Zucker
  • 1/8 L lauwarme Milch
  • 1 Prise Salz
  • 50 g geschmolzene Butter
  • 80 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 2 TL Zimt
  • ca. 1,5 kg Zwetschgen

Bayerischer Zwetschendatschi: Zubereitung

  1. Zuerst wird das Mehl in eine Schüssel gesiebt.
  2. In die Mitte wird eine Mulde gedrückt und die Hefe wird hineingebröckelt.
  3. Der Teelöffel Zucker wird darübergestreut und zusammen mit einem Esslöffel der lauwarmen Milch zu einem Vorteig verrührt.
  4. Damit der Vorteig gehen kann, wird die Schüssel mit einem Tuch abgedeckt und an einen warmen Platz gestellt.
  5. Während der Vorteig geht, können die Zwetschgen gewaschen und mit Küchenkrepp getrocknet werden.
  6. Nun wird der Vorteig mit dem Mehl, der restlichen Milch, dem Zucker, der geschmolzenen Butter und der Prise Salz zu einem geschmeidigen Teig verknetet.
  7. Der Teig wird auf dem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausgerollt und an den Seiten leicht hochgestrichen, dass sich ein Rand bildet.
  8. Dann wird das Blech mit einem Tuch abgedeckt und für weitere 30 Minuten an einen warmen Platz gestellt.
  9. Nun kann der Backofen auf 180 Grad vorgeheizt werden.
  10. Als Nächstes werden die sauberen Zwetschgen halbiert und entsteint. Die Zwetschgenhälften werden in einer Schüssel beiseitegestellt.
  11. Wenn sich der Hefeteig auf dem Backblech verdoppelt hat, wird er mit den Zwetschgen belegt. Dazu werden die Fruchthälften in einheitlichen Reihen wie Dachziegel aufeinandergelegt.
  12. Der Vanillezucker wird mit dem Zimt gemischt und gleichmäßig über den Zwetschgenreihen verteilt.
  13. Dann kann das Backblech auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Backofens geschoben werden.
  14. Nach circa 35 Minuten ist der Zwetschgendatschi fertig und kann zum Abkühlen aus dem Ofen genommen werden.

Der Zwetschgendatschi schmeckt übrigens warm genauso gut wie kalt. Er kann als leckeres Dessert gegessen werden oder am Nachmittag zu einer Tasse Kaffee. Mit einem Klecks geschlagener Sahne, die auf dem warmen Kuchen leicht zerläuft, schmeckt der Zwetschgendatschi besonders gut.