Böfflamott - Rezept bayerischer Rinderschmorbraten

Böfflamott ist ein urbayrisches Gericht, das aus der Zeit stammt, als Napoleon Bayern besetzt hatte. Eigentlich heißt Böfflamott nämlich nichts anderes als "Boeuf al la mode". Übersetzt bedeutet das Rindfleisch nach Art der Mode, also so, wie es damals modern war. Zunächst war Böfflamott eine Fleischspeise, die dem Adel vorbehalten war, hat sich aber dann zu einem gutbürgerlichen Fleischgericht entwickelt.

Böfflamott ist Rinderschmorbraten, dessen Hauptaugenmerk auf dem Marinieren liegt. Die Zubereitungsart des Marinierens von Rindfleisch hat in Frankreich einen logischen geschichtlichen Hintergrund: Zunächst wurden Rinder nur als Zug- und Arbeitstiere gehalten. Ihr Fleisch kam erst in den Kochtopf, wenn das Tier bereits alt war. Deswegen war Rindfleisch immer zähes Fleisch.

Um das fast schon lederartige Fleisch weich zu bekommen, wurde es in eine kräftige Marinade eingelegt und anschließend lange geschmort. Der mit Rotwein marinierte Rinderschmorbraten heißt deswegen Boeuf a la mode, weil die Mode des Rindfleischessens zur damaligen Zeit (Anfang 1800) erst aufkam.

Beim Marinieren muss Folgendes beachtet werden: Das Fleisch sollte nicht in einer Plastikschüssel mariniert werden. Besser geeignet ist die Schüssel aus Porzellan oder Ton mit dicht abschließendem Deckel. Außerdem muss das Fleisch während der ganzen Zeit, die es in der Beize verbleibt, rundum mit Flüssigkeit bedeckt sein.

Die Marinade dringt bei Rindfleisch circa einen Zentimeter tief pro Tag ins Fleisch ein. Die Beizzeit richtet sich also nach der Größe des Fleischstücks. Während des Marinierens dringen die Aromen der Gewürze ins Fleisch ein, während gleichzeitig die Säure der Beize das Bindegewebe der Muskelfasern zersetzt und so das Gewebe auflockert. Das Fleisch wird weich.

Nach dem Marinieren muss das Fleisch, bevor es weiterverwendet wird, abgewaschen werden, dass keine Gewürzteilchen hängen bleiben. Anschließend wird es mit einem Küchenpapier trocken getupft, gesalzen und weiterverarbeitet. Die Marinade wird nicht weggegossen, sondern ebenfalls als Basis für die Soße weiterverwendet.

Böfflamott

Rezept Böfflamott - bayerischer Rinderschmorbraten:

  • Zubereitungszeit: ca. 3 Stunden
  • Marinierzeit: 4 Tage
  • Zutaten reichen für 4 Personen

Rezept: Böfflamott Zutaten

  • 1 kg Ochsenfleisch (aus der Schulter)
  • 1 Bund Suppengrün
  • 1 Zwiebel
  • 1/8 L Rotweinessig
  • 2 Nelken
  • 1 Lorbeerblatt
  • 4 Pfefferkörner
  • 4 Wacholderbeeren
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • 0,25 L Fleischfond
  • 1 Schuss Rotwein
  • 1 Prise Zucker
  • Salz

Böfflamott: Zubereitung

  1. Das Suppengrün putzen und grob zerkleinern.
  2. Die Zwiebel schälen und in große Würfel schneiden.
  3. Das Gemüse mit dem Essig, mit 500 Millilitern Wasser und den Gewürzen in einen Topf geben und kurz aufkochen lassen.
  4. Den Rotwein hinzufügen und die Marinade abkühlen lassen.
  5. Die Beize in ein gut schließendes Tongefäß gießen, das Fleisch hineinlegen, sodass es vollständig von der Flüssigkeit bedeckt ist, und den Deckel schließen. Das Tongefäß wird für vier Tage in den Kühlschrank gestellt.
  6. Nach vier Tagen wird das Fleisch aus der Beize genommen, abgewaschen, trockengetupft und gesalzen.
  7. Das Gemüse wird ebenfalls aus der Marinade gefischt, von Gewürzen befreit und auf einen separaten Teller gelegt.
  8. Anschließend wird die Marinade durch ein Sieb gegossen. Die Flüssigkeit wird aufgefangen. Die Gewürze, die im Sieb hängenbleiben, werden nicht mehr benötigt.
  9. Das Öl wird in einen Bräter gegeben und das Fleisch bei starker Hitze rundum schön braun angebraten.
  10. Das gebeizte Gemüse wird nun neben das Fleisch drapiert und es wird mit der kalten Fleischbrühe und der durchgeseihten Beize abgelöscht.
  11. Die Hitze wird reduziert und das Böfflamott darf bei geringer Hitze zwei Stunden schmoren.
  12. Anschließend wird das Fleisch aus dem Bräter genommen und in einem separaten Topf zugedeckt zur Seite gestellt, damit es warm bleibt.
  13. Die Bratenflüssigkeit wird durch einen Sieb in einen großen Topf gegossen und auf großer Hitze eingekocht. Eventuell muss mit etwa Salz nachgewürzt werden und ein Schuss Rotwein kann ebenfalls nicht schaden.

Zum Böfflamott gibt es Kartoffelknödel und Blaukraut oder Semmelknödel und Bayrisch Kraut. Böfflamott ist ein Gericht, das etwas arbeitsaufwendig ist und auch Zeit muss ausreichend für die Zubereitung veranschlagt werden. Aber jeder, der es einmal gegessen hat, weiß, dass sich die Mühe lohnt!